Geschichte der Afrikaner in Österreich

In Österreich leben Menschen verschiedenster Herkunft. Unter ihnen befinden sich ca. 40.000 Personen mit dunkler Hautfarbe – zumindest wurde diese Zahl im Jahr 2010 ermittelt. Ein erheblicher Teil davon wird als afroösterreichisch bezeichnet.

Insgesamt gilt der Begriff „afroöstereichisch“ als vergleichsweise jung. Er wurde erst spät eingeführt, nämlich als gezielte Maßnahme, um die Verwendung rassistischer Ausdrücke zu schmälern. Vor allem Bezeichnungen, wie „Mohr“ oder „Neger“ sollen damit eingedämmt werden. Ebenso wird manchmal der Begriff „neuer Österreicher“ verwendet, der allerdings nicht so präzise ist. Er lässt keinerlei Rückschlüsse auf die Herkunft zu, da er grundsätzlich alle in Österreich lebenden Menschen mit Migrationshintergrund bezeichnet.

Die ersten afrikanischstämmigen Menschen in Österreich

Der genaue Zeitpunkt, wann die ersten afrikanischstämmigen Menschen nach Österreich kamen, ist nicht gewiss. Die erste Dokumentierte Fall reicht bis in das Jahr 1629 zurück. Damals wurde ein Mann mit dunkler Hautfarbe im Wiener Stephansdom getauft und im Rahmen dieses Rituals in die damalige Gesellschaft aufgenommen. Informationen darüber, woher der Mann genau kam, liegen nicht vor. Es ist davon auszugehen, dass es sich um einen Sklaven handelte, der seinerzeit aus dem Orient floh.

In den folgenden Jahrhunderten stieg die Anzahl der dunkelhäutigen Menschen an. Primärer Grund dafür war die Kolonialzeit. Obwohl Österreich im Vergleich zu anderen Ländern weniger stark am Handel mit Sklaven beteiligt waren, kamen einzelne Sklaven in das Land. Damit gehörten sie dem untersten Teil der Gesellschaft an, die überwiegende Mehrheit von ihnen hatte es sehr schwer.

Spätere Entwicklung

Die Wurzeln zahlreicher Afroösterreicher reichen jedoch nicht in diese Zeit zurück. Auch später gab es noch einen Zustrom, der insbesondere der schwierigen politischen Situation in Afrika geprägt ist. Nach dem Ende der Kolonialzeit brachen in Afrika erbitterte Kriege aus. Viele dieser Konflikte sind bis heute nicht vergessen und halten zum Teil sogar noch an. Die Folge ist ein Flüchtlingsstrom, der je nach gegenwärtiger politischer Situation unterschiedlich stark ist.

In Anbetracht der Tatsache, dass in mehreren afrikanischen Ländern immer noch Bürgerkriege geführt werden, dürfte sich dies nicht ändern. Allerdings ist festzustellen, dass Österreich nicht zu den primären Zielen der Flüchtlinge zählt. In Anbetracht des Rassismus, den einige Flüchtlinge erleben, ziehen es viele vor, in andere Länder weiterzureisen.

Des Weiteren spielen auch Fluchtwege eine bedeutsame Rolle. Zahlreiche Flüchtlinge, die Afrika verlassen, kommen vor allem über Italien und Frankreich nach Europa. Als Folge ist dort der Anteil an afrikanischstämmigen Menschen in der Gesamtbevölkerung spürbar größer.

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